KI-Modellauswahl – Ein Entscheidungsleitfaden

Kriterien und Frameworks für die Auswahl des richtigen KI-Modells für Ihren Anwendungsfall.

15. August 20253 min read
ModellauswahlLLMEvaluationStrategie

Einführung

Die Auswahl des richtigen KI-Modells ist eine strategische Entscheidung, die Kosten, Leistung, Datenschutz und Compliance direkt beeinflusst. Dieser Leitfaden hilft Ihnen bei der systematischen Evaluation.

Entscheidungskriterien

1. Leistung und Qualität

Die Modellleistung sollte anhand Ihrer spezifischen Anforderungen gemessen werden:

  • Genauigkeit: Wie korrekt sind die Ergebnisse für Ihren Use Case?
  • Konsistenz: Liefert das Modell zuverlässig gleichwertige Ergebnisse?
  • Sprachqualität: Besonders wichtig für deutsche/europäische Anwendungen
  • Reasoning: Fähigkeit zu logischem Denken und komplexen Aufgaben

2. Datenschutz und Compliance

Europa-First

Prüfen Sie immer zuerst, ob europäische Anbieter oder Hosting-Optionen verfügbar sind. Dies vereinfacht die DSGVO-Compliance erheblich.

Wichtige Fragen:

  • Wo werden Daten verarbeitet? EU-Rechenzentren bevorzugen
  • Werden Daten für Training verwendet? Opt-out-Möglichkeiten prüfen
  • Auftragsverarbeitungsvertrag verfügbar?
  • Zertifizierungen: ISO 27001, SOC 2, C5?

3. Kosten

KostenmodellBeschreibungGeeignet für
Pay-per-TokenBezahlung pro NutzungVariable Workloads
ProvisionedReservierte KapazitätKonstante Workloads
Self-HostedEigene InfrastrukturMaximale Kontrolle
HybridKombinationEnterprise

4. Betriebsmodell

Drei grundlegende Ansätze:

API-basiert (Managed)

  • Schneller Start
  • Keine Infrastruktur nötig
  • Abhängigkeit vom Anbieter
  • Daten verlassen das Unternehmen

Self-Hosted (Open Source)

  • Volle Datenkontrolle
  • Infrastrukturaufwand
  • Technisches Know-how erforderlich
  • Keine Lizenzkosten für das Modell

Hybrid

  • Sensible Daten lokal verarbeiten
  • Nicht-sensible Aufgaben über API
  • Komplexere Architektur
  • Optimales Kosten-Sicherheits-Verhältnis

Evaluations-Framework

Schritt 1: Anforderungen definieren

Dokumentieren Sie klar:

  • Must-have vs. Nice-to-have Funktionen
  • Maximale Latenz und Durchsatz
  • Budget und Kostenrahmen
  • Regulatorische Anforderungen

Schritt 2: Shortlist erstellen

Wählen Sie 2-3 Kandidaten basierend auf Ihren Kriterien:

Evaluations-Matrix:
├── Modell A (Managed API)
│   ├── Qualität: ████████░░ 8/10
│   ├── Kosten:   ██████░░░░ 6/10
│   └── DSGVO:    ████████░░ 8/10
├── Modell B (Open Source)
│   ├── Qualität: ██████░░░░ 6/10
│   ├── Kosten:   ████████░░ 8/10
│   └── DSGVO:    ██████████ 10/10
└── Modell C (Hybrid)
    ├── Qualität: █████████░ 9/10
    ├── Kosten:   ████░░░░░░ 4/10
    └── DSGVO:    █████████░ 9/10

Schritt 3: Proof of Concept

Testen Sie mit echten Daten und realen Aufgaben:

  1. Definieren Sie 20-50 repräsentative Testfälle
  2. Lassen Sie alle Modelle dieselben Aufgaben bearbeiten
  3. Bewerten Sie die Ergebnisse blind (ohne zu wissen, welches Modell)
  4. Messen Sie Latenz, Kosten und Qualität

A/B Testing

Führen Sie nach dem PoC ein A/B-Testing in der Produktionsumgebung durch. Die Leistung kann sich unter realen Bedingungen von der im Test unterscheiden.

Empfehlungen

  • Starten Sie einfach – ein API-basiertes Modell für den schnellen Start
  • Planen Sie Flexibilität – vermeiden Sie Vendor Lock-in durch abstrahierte Schnittstellen
  • Evaluieren Sie regelmäßig – der Markt entwickelt sich schnell
  • Dokumentieren Sie Entscheidungen – für Compliance und interne Nachvollziehbarkeit

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