Transparenzpflichten im EU AI Act

Die Transparenzanforderungen des EU AI Act für KI-Systeme – Kennzeichnungspflichten, Informationsrechte und technische Umsetzung.

15. Juli 20253 min read
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Einführung

Transparenz ist einer der Grundpfeiler des EU AI Act. Die Verordnung stellt sicher, dass Menschen wissen, wann sie mit KI interagieren und wie KI-Systeme Entscheidungen treffen.

Wer ist betroffen?

Die Transparenzpflichten gelten für verschiedene Akteure:

  • Anbieter (Provider): Wer KI-Systeme entwickelt oder auf den Markt bringt
  • Betreiber (Deployer): Wer KI-Systeme im eigenen Betrieb einsetzt
  • Importeure und Händler: Wer KI-Systeme in die EU einführt oder vertreibt

Transparenzpflichten nach Risikoklasse

Alle KI-Systeme mit Interaktion

Grundlegende Transparenzpflichten gelten für alle KI-Systeme, die mit natürlichen Personen interagieren:

  1. KI-Interaktion offenlegen: Nutzer müssen informiert werden, dass sie mit einem KI-System interagieren
  2. Deepfake-Kennzeichnung: KI-generierte oder manipulierte Bild-, Audio- oder Videoinhalte müssen gekennzeichnet werden
  3. KI-generierte Texte: Texte, die zu Informationszwecken veröffentlicht werden, müssen als KI-generiert erkennbar sein

Umsetzungsbeispiel

Ein einfacher Hinweis wie "Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt" oder ein KI-Badge neben dem Chatfenster kann bereits ausreichen. Wichtig ist die Sichtbarkeit und Verständlichkeit.

Hochrisiko-KI-Systeme

Zusätzliche Transparenzanforderungen:

  • Technische Dokumentation mit Beschreibung der Funktionsweise
  • Gebrauchsanweisung mit Informationen über Leistung und Einschränkungen
  • Protokollierung aller relevanten Vorgänge (Logging)
  • Informationen über Trainingsdaten und Validierungsmethoden

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Technische Umsetzung

Kennzeichnung in der Praxis

Empfohlene Kennzeichnungsmethoden:
├── Chatbots / Assistenten
│   ├── Banner: "KI-gestützter Assistent"
│   ├── Disclaimer vor der Interaktion
│   └── Persistenter Hinweis in der UI
├── Generierte Inhalte
│   ├── Wasserzeichen (C2PA / Content Credentials)
│   ├── Metadata-Tags in Dateien
│   └── Sichtbare Kennzeichnung
└── Entscheidungssysteme
    ├── Erklärung der Entscheidungslogik
    ├── Konfidenzwerte anzeigen
    └── Alternative Optionen aufzeigen

Logging-Anforderungen

Für Hochrisiko-Systeme müssen folgende Daten protokolliert werden:

DatenpunktAufbewahrung
Zeitpunkt der NutzungMin. 6 Monate
Eingabedaten (Referenz)Gemäß Zweck
AusgabedatenMin. 6 Monate
SystemversionDauerhaft
FehlerereignisseMin. 6 Monate
Menschliche EingriffeMin. 6 Monate

Datenschutz beachten

Die Logging-Pflichten des AI Act müssen mit den Minimierungsanforderungen der DSGVO in Einklang gebracht werden. Protokollieren Sie nur das Notwendige und schützen Sie personenbezogene Daten.

Checkliste Transparenz

  • KI-Systeme inventarisiert und klassifiziert
  • Nutzerhinweise für alle interaktiven KI-Systeme implementiert
  • Deepfake-Kennzeichnung eingerichtet
  • Technische Dokumentation für Hochrisiko-KI erstellt
  • Logging-System implementiert
  • Erklärbare KI-Methoden evaluiert
  • Schulungen für Mitarbeiter durchgeführt

Ausblick

Die Transparenzpflichten werden schrittweise verschärft. Unternehmen sollten jetzt mit der Umsetzung beginnen, um bis August 2026 compliant zu sein.

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