Überblick
Die DSGVO gewährt betroffenen Personen umfassende Rechte, die auch beim Einsatz von KI-Systemen gelten. Besonders relevant ist Art. 22 DSGVO – das Recht, nicht einer ausschließlich auf automatisierter Verarbeitung beruhenden Entscheidung unterworfen zu werden.
Relevante Betroffenenrechte
Auskunftsrecht (Art. 15)
Betroffene haben das Recht zu erfahren:
- Ob ihre Daten verarbeitet werden
- Welche Daten verarbeitet werden
- Zu welchem Zweck die Verarbeitung erfolgt
- Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschließlich Profiling
Praxistipp
Bereiten Sie standardisierte Auskünfte vor, die den KI-Einsatz transparent erklären. Dies spart Zeit und stellt einheitliche Qualität sicher.
Recht auf Berichtigung (Art. 16)
Wenn KI-Systeme mit fehlerhaften Daten arbeiten, können Betroffene die Korrektur verlangen. Dies betrifft insbesondere:
- Eingabedaten: Fehlerhafte Basisdaten, die zu falschen Ergebnissen führen
- Profildaten: Falsche Zuordnungen oder Kategorisierungen
- Trainingsdaten: Wenn nachweisbar fehlerhafte Daten das Modell beeinflusst haben
Automatisierte Einzelentscheidung (Art. 22)
Besonders wichtig bei KI-Einsatz:
- Grundsätzliches Verbot automatisierter Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung
- Ausnahmen nur bei Vertragserforderlichkeit, gesetzlicher Ermächtigung oder ausdrücklicher Einwilligung
- Bei erlaubten automatisierten Entscheidungen: Recht auf menschliche Überprüfung
Umsetzung in der Praxis
| Recht | Umsetzungsmaßnahme | Frist |
|---|---|---|
| Auskunft | KI-Verarbeitungsregister pflegen | 1 Monat |
| Berichtigung | Feedback-Prozess implementieren | Unverzüglich |
| Löschung | Löschkonzept für KI-Daten | 1 Monat |
| Widerspruch | Opt-out-Mechanismus bereitstellen | Unverzüglich |
| Erklärung | Erklärbare KI-Modelle einsetzen | Laufend |
Bußgeldrisiko
Verstöße gegen Betroffenenrechte können mit Bußgeldern von bis zu 20 Mio. EUR oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden (Art. 83 Abs. 5 DSGVO).
Empfehlungen
- Implementieren Sie Erklärbarkeit (Explainability) in Ihre KI-Systeme
- Stellen Sie sicher, dass betroffene Personen einfach Widerspruch einlegen können
- Dokumentieren Sie die Logik automatisierter Entscheidungen
- Bieten Sie einen menschlichen Ansprechpartner für KI-bezogene Anfragen
- Führen Sie regelmäßige Bias-Checks durch, um Diskriminierung zu vermeiden
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